Die Sunk-Cost-Falle bei Architektur und eigenen Projekten
Je mehr Zeit ich in eine Lösung investiert habe, desto schwerer fällt es mir, sie aufzugeben.
Das betrifft technische Architekturentscheidungen ebenso wie eigene Produkte. Eine Bibliothek war vielleicht anfangs plausibel, entwickelt sich aber zunehmend zum Hindernis. Eine App-Idee überzeugt mich nicht mehr. Eine Implementierung funktioniert zwar grundsätzlich, wird aber mit jedem Feature komplizierter.
Rational betrachtet dürfte nur zählen, welche Option ab heute die beste ist. Psychologisch zählt jedoch auch, was ich bereits investiert habe.
Aufhören fühlt sich dann nicht wie eine neue Entscheidung an, sondern wie das Eingeständnis, dass die bisherige Arbeit vergeblich war.
Sie war aber nicht zwingend vergeblich. Vielleicht habe ich dadurch verstanden, was nicht funktioniert. Vielleicht war der Prototyp notwendig, um das eigentliche Problem zu erkennen. Vielleicht ist das Gelernte wertvoller als der Code.
Die nützlichste Frage ist für mich:
Würde ich diese Lösung heute noch einmal wählen, wenn sie noch nicht existierte?
Wenn die ehrliche Antwort Nein lautet, ist das kein automatischer Grund für einen sofortigen Umbau. Aber es ist ein starkes Signal, nicht weiter blind zu investieren.